Nature at its best
March 12th, 2007 — benjoIch fahre im Auto eine Sandstrasse entlang, sehe in der Ferne Geier in der Luft kreisen. Einer nach dem anderen fliegt hinunter auf die Erde. Ich naehere mich dem Ort, und entdecke den Grund: Am Strassenrand liegt das, was eine Raubkatze von einem Antilopen hinterlassen hat, etwa 20 Geier streiten sich darum. Beim Beobachten dieses Szenarios entdecke ich im Rueckspiegel eine sich naehernde Hyaene mit maechtigem Nacken, die es ebenfalls auf das Aas abgesehen hat. Sie erreicht ihr Ziel und vertreibt die Geier, welche sich der enormen Beisskraft der Hyaene bewusst sind, und wohl oder uebel weichen muessen. Der eine oder andere Geier versucht mutig trotzdem sein Glueck, das hundeaehnliche Raubtier verteitigt “sein” Aas jedoch mit aggresiven Gesten. Geteilt wird sich das Festmahl erst mit der zweiten Hyaene, die dem Verwesungsgeruch gefolgt ist. Ich hoere die Rippen der toten Gazelle zwischen den brachialen Kiefern der Raubtiere zerbersten – meine Kamera klickt.
Spaeter am Abend beobachte ich den Sonnenuntergang in der afrikanischen Savanne vom Rande einer groesseren Wasserstelle aus. Ich hoere laute, grunzende Geraeusche, deren Quelle sich offenbart, als eines der etwa 20 Nilpferde in diesem See schnaubend seine Ohren, Augen und Nasenloecher aus der Wasseroberflaeche emporstreckt. Die kollossalen Tiere halten sich sonst bis zu sechs Minuten unter Wasser auf. Die Sonne senkt sich weiter, der Himmel faerbt sich rot. Hinter den Nilpferden vernehme ich ein Rascheln in den Baumen, aus denen sich nun ein Elefant seinen Weg zum Wasser bahnt. Ihm folgt ein weiterer Artgenosse, und dann die gesamte Herde inklusive Jungtiere. Alle haben das gleiche Ziel – sich am Ufer eine Abkuehlung verschaffen. Waeherend die Dickhaeuter sich mit dem kuehlen Nass bespritzen, hebt ein Nilpferd im Vordergrund seinen riesigen Kopf aus dem Wasser, reisst sein maechtiges Maul weit auf und entbloesst seine beeindruckenden Eckzaehne. Meine Kamera klickt.
Dies sind eine der vielen phaenomenalen Eindruecke aus dem Krueger National Park, der sich ueber eine Flaeche vergleichbar mit der von Rheinland-Pfalz ausbreitet. Seit gestern haben wir diesen Teil Afrikas verlassen und sind durch Swaziland an die Ostkueste gereist, wo wir heute im St. Lucia Wetlands-Park mit Krokodilen weiteren Nilpferden Kayaken werden, nachdem wir von dem Strand in Cape Vidal zurueckgekehrt sind.
Unser Backpacker-Hostel hier ist ebenfalls phantastisch, wir werden eine weitere Nacht bleiben. Umgeben von Palmen (und Cannabis-Pflanzen) liegt hier idyllisch ein Stein-Pool, die Leute sind nett, offen, und jederzeit zum Grillen und Partymachen aufgelegt.
Meine Fussballverletzung am Knie scheint sich hingegen nicht wirklich zu bessern. Surfen und Sandboarden werde ich wohl streichen muessen, aber das koennen die Landschaft, die Leute und die Moeglichkeiten dieses Landes bestens kompensieren.
Werde mich wieder melden und Bilder senden, sobald ich dazu die Moeglichkeit habe.
Gruesse nach Deutschland!
March 12th, 2007 at 7:34 pm
Naja, solang deinem Bungee Sprung nichts im Wege steht: “1997 eröffnete unterhalb der Fahrbahn auf dem Stahlbetonbogen in 216 m über Grund die höchste Bungee-Jumping-Anlage der Welt”
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bloukrans_Bridge
March 13th, 2007 at 12:22 am
Wow, da ist ja ein richtiger Poet am Werk! Ich sehe schon, bei euch geht auch einiges!
Die Verletzung ist natürlich ärgerlich, aber auch ohne Surfen, Bungee-Jumping etc. scheint es ja schon genug Nervenkitzel zu geben – ich hätte keinen Bock, als Weißer mit nem kaputten Auto in der gefährlichsten Stadt der Welt auf den Sonnenuntergang zu warten…
Also, weiterhin viel Spaß and keep on blogging
March 13th, 2007 at 3:27 pm
Ich hoffe für die Kamera, dass sie ein gutes Objektiv mit dabei hat… und warte auf die Bilder
Wie beschrieben klingen sie vielversprechend.
March 13th, 2007 at 6:45 pm
@bjou: genau diese anlage haben wir im auge. wenn das bein nicht im weg steht werde ich die 216m definitiv ueber mir verschwinden sehen.
@michael: objektiv war leider nicht vorhanden. axel hatte zwar eine top kamera dabei, jedoch keine batterie. sonst waeren unglaubliche fotos moeglich gewesen. die beschriebenen szenarien waren aber zum glueck noch nah genug fuer meine kleine digicam…
March 13th, 2007 at 7:53 pm
I love this country…
March 15th, 2007 at 9:38 pm
hey hey hey… ich seh schon, die vielen doku-sessions mit den ganzen lustigen tierchen ham sich gelohnt…
aber net das nilpferdi transportieren wollen, gelle? oder wenn, dann filmen!! 
wowi, habt noch ne tolle Zeit
liebe Grüßle!!!!
March 18th, 2007 at 4:30 pm
Hey… Sieht ganz so aus, als hättet ihr euren Spaß! Tolle Beschreibung! Kann mir direkt vorstellen zwischen den Nilpferden zu schwimmen… Tja, lasst euch mal noch schön die Sonne auf den Bauch brutzeln. Hier erwartet euch nur wieder Schnee!
Schaut dass, die Bungeeeseile auch richtig befestigt sind!!!
Ciao, ciao!