The downside of Africa
March 21st, 2007 — benjoIch bin jetzt in Cape Town angekommen, eine wirklich sehr geniale Stadt. Wir übernachten bei Axels Eltern, die hier in Camps Bay wohnen, dem Villenviertel der Stadt. Gestern sind wir nach dem Besuch des Tafelbergs noch ins City Centre, um uns einige Shops anzusehen. Wir parken direkt 10m entfernt vom Billabong-Store in der Long Street, einer sehr gut bevölkerten Shopping-Straße, wobei diese 10m-Strecke jedoch ausreicht, um zwischen dem Verlassen des Shops bis zum Auto am hellichten Tag überfallen zu werden.
Axel war bereits in das Auto eingestiegen, als mich an der Beifahrertür vier farbige Männer gegen das Auto drücken, ich fühle einen harten Gegenstand an meinem Rücken und höre die Worte “We don’t want any trouble, just give us everything you have in your pockets.” Man bekommt ja überall gesagt, wenn man in Südafrika in eine solche Sitiation kommt, sollte man auch alles rausrücken, also zücke ich meinen Geldbeutel und gebe alle Scheine darin heraus, umgerechnete 25€. Damit sind die Leute aber noch nicht zufrieden gewesen, checkten eine weitere Hosentasche und entdeckten meine Digicam. Das klügste, was mir in diesem Moment zu sagen einfiel, war “Not the Camera, I need it!” – hat die Diebe aber komischerweise nicht überzeugt, die haben sich schnellstens samt Geld und Cam aus dem Staub gemacht.
Axel war die ganze Zeit schon im Auto gesessen und konnte nicht heraus, weil ein fünftes Grupenmitglied ihm die Tür von außen versperrt hatte.
Gleich danach sprach mich ein großer Schwarzer an, ob ich gerade bestohlen wurde – und nahm gleich nach meinem Bejahen die Verfolgung auf. Ich hatte Probleme, alles so schnell zu realisieren, folgte ihm, und sah, dass er an der nächsten Ecke tatsächlich zwei der Männer, beide mindestens einen Kopf kleiner als er, gefangen hatte. In der Zwischenzeit kam Axel mit drei Security-Kräften an, wir schildern die gesamte Situation, es bildet sich einen Menschentraube um uns alle, wobei jeder etwas dazu zu sagen zu haben scheint. Nach etwa zwei Minuten waren die gefangenen Diebe und zwei der Securitys plötzlich verschwunden. Der große Schwarze beschimpft den dritten Security “Why did you let them go?!”; dieser ist sich jedoch keiner Schuld bewusst und verschwindet selbst auch schnell.
Bizarre Situation, Axel und ich stehen alleine da.
Als nächster Schritt bleibt uns nur die wohl eher nutzlose Anzeige bei der Polizei, danach hat das ganze ein Ende.
Das extreme Glück im Unglück war jedoch, dass ich am Morgen dieses Tages sämtliche Fotos des gesamten Urlaubs auf dem Computer von Axels Vater gesichert habe – Gott sei Dank! Also nur materieller Verlust meinerseits, hätte alles schlimmer kommen können… Trotzdem, that shit really sucked.
Kopf hoch, weiter geht’s! Am Sonntag Abend/Nacht hat mich Heidelberg wieder, hoffentlich ohne weitere Zwischenfälle.