Mexico City – Distrito Federal
December 10th, 2007 — bjou
Nach 6 Wochen in der zweitgrößten Metropolregion der Welt (nach Tokio) ist es Zeit für ein kleines Resumee: Mexico City ist einfach zu groß! Niemals würde ich hier leben wollen. Mittlerweile ist es sogar soweit gekommen, dass ich schon mehrmals abgesagt habe, abends auszugehn, weil die Distanzen um sich zu treffen einfach alles übersteigen. Zum einen hat man keine Lust, Ewigkeiten in Taxis oder der Metro zu verbringen, zum anderen wäre eine Rückfahrt mitten in der Nacht auch nicht das Sicherste. Nah bedeutet hier, nur 20-30 Minuten mit dem Taxi – vorausgesetzt der Verkehr ist moderat. Im Hauptverkehr braucht man vom Süden der Stadt bis zum Norden schon einmal 6-7 Stunden. Ich fühle mich nicht wirklich unwohl. Nachdem ich nach einer Woche bei Bekannten (über 1000 Ecken) in ein nettes Haus nahe der UNAM umgezogen bin, habe ich super Kontakt mit etwa 15 anderen Globetrottern aus allen möglichen Nationen (Kolumbien, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Irland, Italien, Mexico, Korea und natürlich Deutschland). Allerdings vermisse ich einige “Luxusgüter” wie z.B. ordentliches Brot, ein Fahrrad (Radfahren ist hier fast unmöglich, auf der Straße will man nicht und die Gehwege sind ein Graus. Fahrradwege gibt es natürlich nicht) und gelinde gesagt: Ordnung! Und so gut das Essen hier auch ist, deftiges deutsches Essen fehlt mir ziemlich. Das abendliche Ausgehprogramm besteht hier fast nur aus Haus-Partys, nur einmal habe ich eine Disse in D.F. von innen gesehen – für 10 Minuten, dann gings zur nächsten Party.
Regen Kontakt habe ich noch mit meinen Freunden aus Cuernavaca, die sich mittlerweile allerdings auf die Mexikaner reduziert haben, da das Semesterprogramm der Uni zu Ende ist und alle Extranjeros wieder zuück in ihre Heimat geflogen sind.
Zwei Fußballspiele der mexikanischen Primera Division habe ich gesehen. Insgesamt gibt es 4 Mannschaften aus Mexico City, die beliebtesten davon habe ich besucht: Club America (Estadio Azteca, ~ 115.000 Zuschauer, beeindruckend, aber nicht so impostant wie das Estadio de Santiago Bernabeu in Madrid) und die Mannschaft der Universität, die UNAM Pumas (Estadio Olímpico Universitario, ~ 76.000 Zuschauer). Bei ersterem Spiel war die Stimmung lediglich nett, bei letzterem unbeschreiblich, was wohl daran liegt, dass die Fanbase hauptsächlich aus jüngerem Publikum besteht. Eine solche Party (nach dem 3:0 Erfolg) hatte ich zuletzt auf dem WM-Spiel Deutschland – Schweden in München erlebt.
Unfreiwillig habe ich inzwischen auch eine der schärfsten Chilis der Welt probiert (Chili Habanero) – unfair versteckt in meinem eigentlich leckeren Salat. Die sofortige Einsetzung von Husten, tränenden Augen, laufender Nase und unglaublich brennendem Mundinnenraum konnte ich nur mit Unmengen von Salz etwas lindern. Auch meine mexikanischen Freunde hatten damit zu kämpfen.
Diese Woche ist bis Januar meine letzte. Die Mexikaner machen drei Wochen Winterferien. In einer Woche kommt mein Bro und unsere große Reise mit einem gemieteten Auto über Acapulco, Oaxaca, Chiapas (Palenque) zur Karibikküste (Riviera Maya) kann beginnen. Auf dem Rückweg werden wir eine Freundin in Merida besuchen und eine weitere in Veracruz aufgabeln, bevor es zurück in die Metropole geht…
Fotos: http://flickr.com/photos/bjou/sets/72157603421437112/
edit: Upcoming Route (click me):

January 1st, 2012 at 3:27 pm
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