Mugabe, Zimbabwe, die Wahl, die Waffen und die “An Yue Jiang”

Seit meinem Besuch im August 2007 im westlichen Teil von Zimbabwe geht mir dieses Thema verständlicherweise viel näher als vorher. Nicht allein weil ich live miterleben konnte, wie das Land zu Grunde geht, sondern auch wegen der Anteilnahme, die unsere südafrikanischen Führer der Situation entgegenbrachten und wie sie uns dafür sensibilisierten (links unsere damalige Reiseroute mit Endstation in Zimbabwe). Damals schon wurde hoffnungsvoll auf die kommenden Wahlen geblickt, die nun am 29.3.2008 stattfanden und bei denen allgemein gehofft wurde, dass der 84-jährige Robert Mugabe nach 28-jähriger Amtszeit als Regierungsoberhaupt endlich abgelöst wird. Kein Zweifel besteht daran, dass er in seiner Amtszeit das Land mit diktatorischen und unmenschlichen Aktionen heruntergewirtschaftet hat – im Februar diesen Jahres hatte die Inflationsrate 100.000% überschritten. Die Touristenhochburg Zimbabwes liegt im westlichen Zipfel: Die mächtigen Victoria Falls sind nach wie vor ein beliebtes Reiseziel und sehr beeindruckend, doch auch im Touristädtchen mit dem gleichen Namen macht sich die Armut bemerkbar. An den Tankstellen gibt es keinen Sprit, Softdrinks werden in Kneipen als Spezialität des Tages gelistet (und das ist kein Scherz) und der allgemeine Trend eines jeden zimbabwischen Einwohners ist das Pilgern nach Victoria Falls, um sich dort wenigstens ein kleines Scheibchen vom Tourismus abschneiden zu können. Schlangen über hunderte Meter bilden sich morgens an einem kleinen 7-Eleven Laden, weil das Gerücht umherging, es gäbe Brot. Einheimische kommen dir alle paar Meter entgegen und wollen dir ihre geschnitzten Figuren verkaufen – nicht für Geld, sondern im Tausch gegen dein altes verschwitzes T-Shirt oder deine dreckigen Schuhe. IMG_1434 Rießige Hotelanlagen wie “The Kindgom“, das einst Michael Jackson gehörte, sind wie leergefegt – trotz Tourismus. Die Fressmeile im Inneren des Hotelkomplexes hat nur noch wenige Läden geöffnet und wenn man sich eine Pizza bestellen willst, muss man auf 40% seiner Toppings verzichten oder Kompromisse eingehen. Für ein Trinkgeld von einem Dollar wirst du hier zu einem Gott erklärt. Ich habe noch nie jemanden so glücklich über ein kleines Trinkgeld gesehen. Der Import vom Nachbarland Zambia geht nur stückchenweise voran. An der Grenze entstehen unglaublich lange Wartezeiten, nur als Touri darf man schnell mal vor, um die Wasserfälle von der anderen Seite zu sehen.

Und jetzt kam Ende März endlich die Wahl und versprach Besserung, die Oppositionspartei Movement for Democratic Change (MDC) hatte eine sehr gute Ausgangsposition und allem Anschein nach auch gewonnen. Allem Anschein nach? Ja, denn nach drei Wochen sind die Wahlergebnisse immernoch nicht veröffentlicht. Mugabe verlange eine erneute Auszählung, da es in einigen Gebieten Probleme bei der Wahl gab – natürlich waren das die MDC-Hochburgen. Da der Verdacht auf möglichen Wahlbetrug schon vor der Wahl (berechtigterweise) laut wurde, waren viele unabhängige Wahlbeobachter im Land. Jüngst bei den Neuauszählungen kam es hier jedoch zu massivem Wahlbetrug, zu Gewalt, Unterdrückung und Folterung Oppositioneller in Foltercamps.

Südafrikanische Zeitungen berichten unterdessen, dass Militär, Polizei, der Geheimdienst und sogar Mugabes Leibwache dringend neue Munition und neue Waffen brauchten. Mehrere Lieferungen – Hauptlieferant China – hätten storniert werden müssen, weil die Staatsbank die Rechnungen nicht habe bezahlen können.

Und ohne Waffen ist schließlich keine Unterdrückung möglich. Leider jedoch ist die Staatskasse leer und ohne Geld keine Waffen. Im Endeffekt also keine Macht mehr. Doch wer Mugabe kennt, weiß, dass er sich trotz internationalem Druck keine Möglichkeit entgehen lässt, sich an seine Macht zu klammern. Waffen müssen also her, koste es was es wolle. Die “An Yue Jiang” ist ein chinesisches Containerschiff mit genau dieser lang ersehnten Lieferung: 70 Tonnen Waffen und Munition (laut taz: 1.500 Raketen, 2.500 Mörsergranaten, fast 100 Granatwerfer und 3,5 Millionen Schuss Munition) , angeblich im Wert von 40 Millionen EURO. Damit hätte man dem Land auf ganz andere Art und Weise dienen können. Blöd auch, dass Zimbabwe keinen Hafen hat und alle möglichen Anlaufhäfen von Regierungen geführt werden, die verhindern wollen, dass diese Waffen nach Zimbabwe gelangen. So wurde die Entladung im südafrikanischen Durban verweigert und der Transport nach Zimbabwe ohnehin verboten. Abgesehen davon:

Die [deutsche] Entwicklungsbank habe dem simbabwischen Staatskonzern “Iron & Steel Company” zur Errichtung eines Stahlwerks 1998 und dann noch einmal als Aufstockung im Jahr 2000 insgesamt Kredite “in zweistelliger Millionenhöhe” bewilligt, für die Simbabwe eine Staatsgarantie übernommen habe.

Da Mugabe also noch Schulden in etwa der Höhe der Ladung bei der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat, hat die Entwicklungsbank eine Pfändung der Ladung erwirkt – bevor diese jedoch in Kraft treten konnte, legte das Schiff hastig wieder von Durban ab, Ziel unbekannt. Aufgetankt werden konnte vorher allerdings nicht mehr. Es darf gespannt sein, wo das Schiff wiederentdeckt wird und welchen Hafen es versucht anzulaufen. Ob Angola erreicht werden kann steht aufgrund des Spritmangels in den Sternen und ob die Ladung bei Mugabe ankommt ist mehr als fraglich, aber aufgrund der internationalen Mobilmachung und der Entladungsweigerung der südafrikanischen Transportarbeitergewerkschaft hoffentlich eher unwahrscheinlich.

Nicht nur Südafrikas Mann im internationalen Bund der Transportarbeiter macht Front gegen Mugabe. Auch die 300.000 Mitglieder starke südafrikanische Transportarbeitergewerkschaft Satawu hat ihre Kollegen in der ganzen Welt aufgerufen, das chinesische Schiff zu boykottieren.

Diese Nachrichten habe ich zum Anlass genommen, mir nochmal Lord of War anzuschauen. Denn immernoch aktuell:

“While private gunrunners continue to thrive, the Worlds biggest arms suppliers are the U.S., U.K., Russia, France and China.”
“They are also the five permanent members of the U.N. Security Council.”

Quellen (soweit nicht anders angegeben):

Meine Fotos von Victoria Falls in Zimbabwe

Update: Die Ladung wird wohl zurückgerufen, Spiegelartikel vom 22.4.:

Die “An Yue Jiang” mit ihrer Ladung aus Waffen und Munition konnte in keinem afrikanischen Hafen entladen werden, weil der internationale Verband der Transportarbeiter (ITF) überall auf dem Kontinent zu einem Boykott des Schiffes aufgerufen hatte. Heute hatte sich die letzte Hoffnung der Reederei zerschlagen: Als letztes Land weigerte sich auch Angola die Ladung zu löschen. Angolas oberster Hafendirektor Filomeno Mendonca hat den letzten möglichen Schlupfwinkel an Afrikas Küste versperrt. “Das Schiff darf keinen angolanischen Hafen anlaufen,” erklärte er in einem Interview mit Radio Luanda. Menschenrechtsgruppen und Gewerkschaften hatten davor gewarnt, die Waffen nach Simbabwe gelangen zu lassen. Dort mehren sich seit den umstrittenen Wahlen vor mehr als drei Wochen Berichte über blutige Übergriffe gegen die Opposition.

Vulkan Kilauea (Hawaii) nach 80 Jahren wieder ausgebrochen

Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhh und ich war 6 Wochen zu früh, verdammte */(&*(!”=§%/§=

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Bilder vom Schnorcheln auf Hawaii

Etwas verspätet, aber jetzt sind endlich die Bilder des Fotografen angekommen, der mit auf der Schnorcheltour war. Nachdem meine “Unterwasserkamera” garnicht für Unterwasser gemacht war und die Bilder nichts wurden, habe ich ihn um Fotos der Tour gebeten und ein BestOf online gepackt.

http://flickr.com/photos/bjou/show/with/2312642048/
Sobald die Universal Studios erscheinen is die Unterwassershow zu Ende ;)

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Los Angeles und Hawaii

Warum in einem teuren Ho(s)tel übernachten, wenn es couchsurfing.com gibt? Schon in Mexico hatte ich diesen Service nutzen wollen, was aber leider dort auf die Schnelle nicht geklappt hat. In Los Angeles war es allerdings kein Problem, mein L.A. Kontakt hat mich vom Flughafen abgeholt, mir zwei Nächte lang eine Bettcouch zur Verfügung gestellt, mir das Sightseeing erleichtert und mich wieder zum Flughafen gebracht. Mein Stopover in Los Angeles hat also vom menschlichen her einen sehr positiven Eindruck hinterlassen, die Stadt an sich gefiel mir bei meinem zweiten Besuch allerdings nicht so gut wie bei meinem ersten vor etwa 10 Jahren. Daher gibt es auch nicht viel zu berichten. Mein Sightseeing Trip brachte mich von Santa Monica über ein paar Celebrity-Anwesen in Beverly Hills bis nach Hollywood… Mehr gibt es eigentlich zu L.A. nicht zu sagen.

Viel beeindruckender war dagegen Hawaii. Für nur 300 Dollar Roundtrip von L.A. brachte mich Continental Airlines für eine Woche nach Honolulu, wo ich zunächst ohne jeglichen Plan ankam und schließlich auf gut Glück ein Taxi nach Waikiki nahm, um dann im Waikiki Beachside Hostel einzuchecken – die beste Wahl, die ich hätte treffen können. Das Hostel, direkt am Strand, ist sehr sauber und quasi schon luxoriös. Ich kam in ein 8-Bed-Dorm mit jungen Leuten aus allen möglichen Teilen der Erde: Canada, Brasilien, Australien, USA, England und Japan. Anschluss war superschnell gefunden und so wurden gemeinsam Autos und Longboards gemietet um Trips zu unternehmen und Waikiki Beach zu surfen, was sich als einfacher herausstellte, als ich zunächst annahm. Wenige Tage später kamen zwei Österreicher im selben Hostel an, die ich auf meinem Flug von Mexico City nach Los Angeles kennengelernt hatte. Zu viert besuchten wir den Northshore der Insel Oahu (berühmt für seine Wellen und Surfmeisterschaften) und umrundeten das Festland. Dabei passierten wir Strände und Locations, wo Serien und Filme wie Hawaii 5-0, LOST, Jurassic Park, Tears of the Sun, Godzilla, 50 First Dates und mehr gedreht wurden. Der nächste Tag brachte uns auf die “Big Island“, die größte Insel Hawaii’s, die den Namen Hawai’i trägt und bekannt ist für den höchsten Vulkan der Erde (Mauna Kea, tatsächlich der höchste Berg der Erde, gemessen von Meeresgrund) und für einen der aktivsten Vulkan der Erde (Kilauea) – letzterem statteten wir einen Besuch ab. Über einen schwarzen Sandstrand mit ruhenden Meeresschildkröten ging es weiter an den südlichsten Punkt der USA und über einen 2h-Hike an einen grünen Sandstrand, geprägt durch Olivinkristalle.
Zurück auf Oahu genoss ich den letzten Tag mit Whalewatching und – viel beeindruckender – Schnorcheln mit Delphinen und Meeresschildkröten. Hier musste ich leider feststellen, dass die Unterwasserkamera, die ich mir kaufte, garkeine war: Der “Waterproof”-Schriftzug war lediglich gelistet unter “Try our other cameras”, schade das…

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Der Süden Mexikos

Drei Wochen, zwei Brüder, ein Auto – kein ABS, kein Airbag, keine Servolenkung, kein Radio, aber trotzdem haben wir erfolgreich 5200km Strecke hinter uns gelassen. Mit Ipods und kleinen Boxen hatten wir sogar Musik. Von Mexico City fuhren wir einen Freund in Cuernavaca besuchen und haben dabei sehr spontan eine Freundin (Lili) mit nach Acapulco genommen. Sie sollte uns allerdings noch spontaner eine komplette Woche begleiten. Leider musste ich mich meine ersten Tage der Reise mit einer Grippe herumschlagen, weshalb das Partyleben in Acapulco nicht ausgekostet werden konnte. Die Tage wurden aber trotzdem benutzt um die Stadt zu erkunden. Die Strände sind nett, aber kein Vergleich zur Karibik. Die Stadt an sich hat sehr viel Zauber, wenn man sich die Bucht von den Hügeln anschaut. Beeindruckend sind die Klippenspringer (las clavadistas, mittlerweile anerkannter Beruf), die sich aus knapp 30m in den Pazifik stürzen, auch nachts, dann teilweise mit Fackeln.
IMG_1182 Die nächste Nacht verbrachten wir an einem einsamen Pazifikstrand (Las Penitas) in unserem 3-Sekunden-Zelt – nettes Kontrastprogramm, wieder mit liberación de las tortugas, dem Entlassen von Baby-Meeresschildkröten in den Pazifik. In Zipolite, einem Strandort, bei dem die Zeit in den 70ern stehengeblieben zu sein scheint, verbrachten wir eine Nacht mehr als geplant, bevor wir weiterfuhren ins Landinnere, nach San Cristóbal de las Casas, wo wir Weihnachten verbrachten und uns Lili am nächsten morgen verlassen sollte. Das Städtchen ist träumerisch schön mit vielen bunten Häusern und am Heiligabend waren die Straßen voll mit Menschen, Musik und Lichtern.
Der nächste Morgen brachte uns unfreiwillig auf etwa eine Autostunde an die guatemalische Grenze, nachdem wir uns um knapp 100km verfahren hatten. Wer sich in Mexico auf Schilder verlässt ist eben selbst Schuld. Meist gibt es nämlich nur eines und das steht fast immer hinter der Ausfahrt. Spät nachts erreichten wir dann trotzdem noch Palenque und fanden auch den Campground, der uns zuvor von zwei netten Damen empfohlen wurde. Zwei Tage hier brachten uns zu den beeindruckenden Maya-Ruinen mitten im Dschungel und den wunderschönen Wasserfällen von Agua Azul. Unheimlich wurde es nachts, als wir durch sehr nahes Jaguargebrüll geweckt wurden (Jaguare sind hier heimisch), das etwa 45 Minuten anhielt und dessen Herkunft am nächsten morgen auf Howler-Monkeys/Brüllaffen zurückgeführt wurde ;)
Weiter ging es nun an die Karibikküste (Riviera Maya), wo wir Silvester verbringen sollten. Die nächste Nacht verbrachten wir auf dem von sehr netten Deutschen geführten Campground von Bacalar an der Laguna Azul, bevor es uns nach Tulum zu den berümten Maya-Ruinen direkt am türkisblauen Karibikwasser und danach für etwa eine Woche weiter nach Playa del Carmen und Cancún zog. Silvester verbrachten wir hier mit einer Unmenge von Menschen und alten Freunden aus Mexico City direkt am Strand in einer Stranddiskothek (Blue Parrot), die so nahe am Wasser war, dass sogar die Wellen teilweise bis in den abgesteckten Discobereich schwappten. Bei guter Stimmung endete die Party erst nach dem wunderschönen Sonnenaufgang mit einem Strandfrühstück und neuen Bekanntschaften (die alten hatten nach und nach schlapp gemacht), bevor wir allesamt am Strand einschliefen und das Bettchen erst abends um 9 zu Gesicht bekamen. In Playa del Carmen machten Benjo und ich außerdem einen Tauch-Crashkurs im Pool, bevor wir dann in etwa 13m Tiefe einen 2-Tank-Dive am zweitgrößten Riff der Welt machen durften. In Mexico ist das legal, die Tauchschule wird hier von allen Verwntwortungen freigesprochen, in Europa unmöglich. Bilder hiervon folgen, solald der Film der Unterwasserkamera entwickelt wurde. Jedenfalls hat mich das so sehr beeindruckt, dass ich entweder in Honolulu oder am Roten Meer mit Marco meinen Open Water Diver machen werde.
IMG_1672 In Cancún, voll mit Gringos, war auch Party angesagt, allerdings hatten wir leider nur einen Sonnentag für den Strand. Ein Besuch im Coco Bongo, der berühmten MTV Springbreak Location war natürlich Pflicht. Hier wurde einem für 40 Dollar Eintritt eine Megashow und Open Bar geboten. Allerdings ein Abend durchgeplant von vorne bis hinten und aufgrund der vielen Showeinlagen weniger zum Tanzen. Sogar Beyoncé war da. Weil für uns ein Hotel in der total überteuerten Zona Hotelera nicht in Frage kam, zogen wir nach Downtown und erfanden das Hotelcrashing (frei nach “Wedding Chrashers“), das wir von Tag zu Tag perfektionierten und das schon in Playa del Carmen seinen Anfang fand. Prinzipiell geht es darum, sich als Gast eines der teuren Hotels auszugeben und deren Verpflegungsangebot (Pools, Strand, Liegen, Essen, Trinken) kostenlos zu nutzen :P
Am 5. Januar ging es von der Riviera Maya über Chichén Itzá, der wohl berühmtesten Maya-Stätte und neues Weltwunder, nach Mérida, wo wir eine meiner Klassemkameradinnen aus der Schule besuchten, die dort mittlerweile wohnt. In Villahermosa (im Bundesstaat Tabasco, der vor wenigen Monaten bekannt wurde durch die schweren Überschwemmungen) trafen wir am Tag danach eine Kommilitonin von Benjo aus Heidelberg, die mit uns über Puebla, wo wir eine weitere Nacht verbrachten, zurück nach Mexico City fuhr und (nachdem mein undankbarer Bro einen Tag vor meinem Geburtstag den Heimweg antrat, unglaublich…) mit mir noch meinen Geburtstag mit Freunden in Cuernavaca feierte – erst in einem Club, danach zog es uns in eine Karaoke-Bar. Ja, ich habe gesungen. Summer of 69… Zum Glück habt ihr das alle nicht gesehen, oh man…

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Das Ende ist nahe…

Zumindest absehbar, da ich nun alle meine restlichen Flüge bis nach Frankfurt gebucht habe. Am 28.1. gehts für zwei Nächte nach Los Angeles (wo ich eigentlich länger bleiben und Flo besuchen wollte), von dort weiter bis zum 7.2. nach Honolulu, Hawaii (wo ich eine Freundin besuchen werde, die ich vor Jahren in Karlsruhe kennengelernt habe), dann nochmal nach Austin/Houston und am 14.2. geht mein Heimflug nach Frankfurt, wo ich morgens am 15.2. ankommen werde. Deutschland hat mich wieder und ich bin bereit dafür :)
Und ein glückliches Händchen bei der Flugbuchung hatte ich auch: Special Lufthansa Fare!

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Mexico City – Distrito Federal

IMG_4957 Nach 6 Wochen in der zweitgrößten Metropolregion der Welt (nach Tokio) ist es Zeit für ein kleines Resumee: Mexico City ist einfach zu groß! Niemals würde ich hier leben wollen. Mittlerweile ist es sogar soweit gekommen, dass ich schon mehrmals abgesagt habe, abends auszugehn, weil die Distanzen um sich zu treffen einfach alles übersteigen. Zum einen hat man keine Lust, Ewigkeiten in Taxis oder der Metro zu verbringen, zum anderen wäre eine Rückfahrt mitten in der Nacht auch nicht das Sicherste. Nah bedeutet hier, nur 20-30 Minuten mit dem Taxi – vorausgesetzt der Verkehr ist moderat. Im Hauptverkehr braucht man vom Süden der Stadt bis zum Norden schon einmal 6-7 Stunden. Ich fühle mich nicht wirklich unwohl. Nachdem ich nach einer Woche bei Bekannten (über 1000 Ecken) in ein nettes Haus nahe der UNAM umgezogen bin, habe ich super Kontakt mit etwa 15 anderen Globetrottern aus allen möglichen Nationen (Kolumbien, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Irland, Italien, Mexico, Korea und natürlich Deutschland). Allerdings vermisse ich einige “Luxusgüter” wie z.B. ordentliches Brot, ein Fahrrad (Radfahren ist hier fast unmöglich, auf der Straße will man nicht und die Gehwege sind ein Graus. Fahrradwege gibt es natürlich nicht) und gelinde gesagt: Ordnung! Und so gut das Essen hier auch ist, deftiges deutsches Essen fehlt mir ziemlich. Das abendliche Ausgehprogramm besteht hier fast nur aus Haus-Partys, nur einmal habe ich eine Disse in D.F. von innen gesehen – für 10 Minuten, dann gings zur nächsten Party.
IMG_4949 Regen Kontakt habe ich noch mit meinen Freunden aus Cuernavaca, die sich mittlerweile allerdings auf die Mexikaner reduziert haben, da das Semesterprogramm der Uni zu Ende ist und alle Extranjeros wieder zuück in ihre Heimat geflogen sind.
Zwei Fußballspiele der mexikanischen Primera Division habe ich gesehen. Insgesamt gibt es 4 Mannschaften aus Mexico City, die beliebtesten davon habe ich besucht: Club America (Estadio Azteca, ~ 115.000 Zuschauer, beeindruckend, aber nicht so impostant wie das Estadio de Santiago Bernabeu in Madrid) und die Mannschaft der Universität, die UNAM Pumas (Estadio Olímpico Universitario, ~ 76.000 Zuschauer). Bei ersterem Spiel war die Stimmung lediglich nett, bei letzterem unbeschreiblich, was wohl daran liegt, dass die Fanbase hauptsächlich aus jüngerem Publikum besteht. Eine solche Party (nach dem 3:0 Erfolg) hatte ich zuletzt auf dem WM-Spiel Deutschland – Schweden in München erlebt.
Unfreiwillig habe ich inzwischen auch eine der schärfsten Chilis der Welt probiert (Chili Habanero) – unfair versteckt in meinem eigentlich leckeren Salat. Die sofortige Einsetzung von Husten, tränenden Augen, laufender Nase und unglaublich brennendem Mundinnenraum konnte ich nur mit Unmengen von Salz etwas lindern. Auch meine mexikanischen Freunde hatten damit zu kämpfen.
Diese Woche ist bis Januar meine letzte. Die Mexikaner machen drei Wochen Winterferien. In einer Woche kommt mein Bro und unsere große Reise mit einem gemieteten Auto über Acapulco, Oaxaca, Chiapas (Palenque) zur Karibikküste (Riviera Maya) kann beginnen. Auf dem Rückweg werden wir eine Freundin in Merida besuchen und eine weitere in Veracruz aufgabeln, bevor es zurück in die Metropole geht…

Fotos: http://flickr.com/photos/bjou/sets/72157603421437112/

edit: Upcoming Route (click me):

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Even more (secluded) Beaches

Wie schon angekündigt hier der Post zu den letzten beiden Beach-Wochenenden. Nach dem Motto “Nicht lang schnacken, Kopp in ‘n Nacken” nur kurz ein paar Infos:
Playa Ventura befindet etwa 125 km süd-östlich von Acapulco Hier findet man einsame Strandabschnitte, wo tatsächlich keine Menschenseele außer Dir selbst ist, aber auch einen etwas belebteren Teil mit besseren und höheren Wellen (mehrere Meter), perfekt zum Bodysurfen, wenn man sich Freunde anlacht, die Bodyboards am Start haben. Nachdem mir eine Welle jedoch meine Wirbelsäule ordentlich zerbogen hatte (mehr als zwei Wochen danach merk ich es immernoch), hab ich das für den Moment auch erstmal aufgegeben. Eine Hammer-Erfahrung ist es aber allemal, meterhoch über den Rest der Menschen abzuheben und auf der Welle zu reiten.
ABCD0001 Das zweite Wochenende brachte uns gleich an fünf Strände: Begonnen mit dem eigentlichen Reiseziel Barra de Potosí, dessen Strand leider unser Auto “in sich aufnahm” und nicht so einsam war wie wir hofften, fuhren wir am nächsten morgen weiter nach Zihuatanejo/Ixtapa (je ein Strand, bekannt aus den Filmen “The Shawshank Redemption” und “When a Man loves a Woman“), um uns kurz zu erfrischen und danach zu frühstücken. Da diese Strände allerdings eher dem Cancun/Playa del Carmen der Pazifikküste ensprechen, ging es wieder zurück auf die altbekannte Isla de Pájaros. Und auch diese Reise endete mit einem leckeren Abendessen in Acapulco.

Bilder: 1st Weekend: Playa Ventura and 2nd Weekend: One Weekend, Five Beaches
Video: La Liberación de las Tortugas

A few words from ‘German Guy’

Da wohl 99% der Weltbevölkerung Probleme mit der Aussprache meines Namens hat, bin ich hier weitgehend bekannt als ‘B‘ oder ‘German Guy (GG)’. Mir nahe stehende Personen versuchen sich jedoch meist an der korrekten Aussprache…

Kurzes Update: Nach Beendigung des Sprachkurses in Cuernavaca hatte ich nun eine freie Woche, die ich nutzte, um Mexico City (hier allgemeinhin nur Méjico oder D.F. (Distrito Federal) genannt) etwas kennenzulernen und meinen neuen Arbeitsplatz an der UNAM (Universidad Nacional Autónoma de México) zu suchen. Den Rest der Woche verbrachte ich mit meinen Liebsten am Playa Ventura, ein weiterer einsamer Pazifik-Strand, fernab vom Tourismus und einfach wunderschön. Schlaf findet man auch hier entweder direkt im Sand, in Hängematten oder garnicht. Ich habe alle drei Optionen gewählt, je eine pro Nacht ;) Da diesem Strand allerdings kommendes Wochenende ein weiterer folgen wird, werde ich erst nächste Woche darüber berichten und Fotos online stellen.

Ein paar Fakten zur UNAM (Wikipedia), die ich selbst nicht wusste:

It is the largest university in Latin America and is ranked the best in Latin America, Spain and Portugal according to a study conducted by The Times released in 2005-2006. A study by Peking University also considered UNAM to be the best university in the region and also the sole most important university in the Spanish-speaking world.

Mit 286,484 Studenten (Stand: 2006) hat die UNAM mehr Studis als Karlsruhe Einwohner. Der Main Campus nennt sich Ciudad Universitaria, was keine Übertreibung ist. Mit Bussen wird man hier von A nach B gebracht. Mein Arbeitsplatz in der Unidad de Computo im Intituto Fisiologia Celular ist gemütlich, ich wurde warm empfangen, die Leute sind auch hier super nett (Mexis haben das wohl so an sich) und ich habe drei Computer mit drei verschiedenen Betriebssystemen (Fedora, Windows, OS X) zum Arbeiten. Mein Einstiegsprojekt ist die Zentralisierung von User-Authentication mittels LDAP.

Ansonsten habe ich abgesehen vom Zentrum (Zocalo) noch nicht viel von DF gesehen. Mit der Metro kommt man für 20c von Norden nach Süden, mit dem Taxi kann das schon mal 30+ Dollar kosten. Allerdings fühlt man sich ab und an schon etwas ‘einsam’, wenn man weit und breit der einzige Nicht-Mexikaner auf dem Campus und in der Metro ist. Um allerdings nicht als Gringo zu gelten, ist mein Deutschland-Trikot hier hoch im Kurs :P Hat dann auch seine guten Seiten… Man wird erkannt ;)

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Mein Wochenende im Paradies

Ein einsamer Inselstrand… vielleicht 20 Personen verteilt auf einem Kilometer. Acht Freunde, fünf Nationalitäten, Palmen, Pazifik, Bier, Hängematten und Beachfire. Keine Hotels, keine Betten, keine Häuser. Das war mein letztes Wochenende.
IMG_4498 IMG_0121 IMG_4550Begonnen hat es am Freitag mit dem Mieten eines Autos und einer großen Einkaufstour. Gekauft wurde alles, was man für ein Wochenende in der Einsamkeit so benötigt. Nach etwa 5 Stunden Roadtrip nach Westen erreichten wir gegen 1h nachts das vorläufige Landende von Mexico – ab hier luden wir um in ein Boot und ab gings auf die Isla de Pájaros. Schon im Mondschein konnte man die paradisischen Auswirkungen der Insel spüren… Also Gepäck abladen und ab ins Meer. Zum Trocknen danach wurde ein Beachfeuer gemacht – mangels trockenem Holz mit Holzstühlen ;) Geschlafen wurde direkt am Strand – ohne Dach über dem Kopf. Der nächste Morgen war sommerlich warm und perfekt, um die Gegend im Hellen abzuchecken. Außer Strandchillen gab es den Tag über nichts zu tun, aber genau das war ja auch der Plan. Der mörderisch starke Wellengang ließ Kristal und mich jedoch 25 Minuten mit aller Kraft um unser Leben schwimmen – nachdem wir den Boden unter den Füßen verloren hatten wurden wir vom Sog immer weiter rausgezogen, erreichten aber letztendlich total erschöpft noch das rettende Ufer… Nach dieser Erfahrung war ich nicht mehr im Wasser. Nachts konnten wir der Liberacion de las Tortugas beiwohnen: Babymeeresschildkröten beim Schlüpfen helfen und schließlich ins Meer entlassen. Die Nacht verbrachten wir wiederum am Beachfeuer, mit tollen Firespinning-Einlagen von unserer mexikanischen Freundin Graciella.
Der Sonntag nachmittag wurde schließlich zum Packen benutzt. Da uns das Essen Samstag schon ausgegangen war, beschlossen wir, noch einen Umweg über Acapulco zu machen, um dort am Strand noch einen ordentlichen Happen zu uns zu nehmen. Lerckerst… Mit zwei Stunden Verspätung konnten wir dann endlich den Mietwagen zurückgeben und ins Bett fallen…

Fotos: http://flickr.com/photos/bjou/sets/72157602739690298/