Der Süden Mexikos
January 14th, 2008 — bjouDrei Wochen, zwei Brüder, ein Auto – kein ABS, kein Airbag, keine Servolenkung, kein Radio, aber trotzdem haben wir erfolgreich 5200km Strecke hinter uns gelassen. Mit Ipods und kleinen Boxen hatten wir sogar Musik. Von Mexico City fuhren wir einen Freund in Cuernavaca besuchen und haben dabei sehr spontan eine Freundin (Lili) mit nach Acapulco genommen. Sie sollte uns allerdings noch spontaner eine komplette Woche begleiten. Leider musste ich mich meine ersten Tage der Reise mit einer Grippe herumschlagen, weshalb das Partyleben in Acapulco nicht ausgekostet werden konnte. Die Tage wurden aber trotzdem benutzt um die Stadt zu erkunden. Die Strände sind nett, aber kein Vergleich zur Karibik. Die Stadt an sich hat sehr viel Zauber, wenn man sich die Bucht von den Hügeln anschaut. Beeindruckend sind die Klippenspringer (las clavadistas, mittlerweile anerkannter Beruf), die sich aus knapp 30m in den Pazifik stürzen, auch nachts, dann teilweise mit Fackeln.
Die nächste Nacht verbrachten wir an einem einsamen Pazifikstrand (Las Penitas) in unserem 3-Sekunden-Zelt – nettes Kontrastprogramm, wieder mit liberación de las tortugas, dem Entlassen von Baby-Meeresschildkröten in den Pazifik. In Zipolite, einem Strandort, bei dem die Zeit in den 70ern stehengeblieben zu sein scheint, verbrachten wir eine Nacht mehr als geplant, bevor wir weiterfuhren ins Landinnere, nach San Cristóbal de las Casas, wo wir Weihnachten verbrachten und uns Lili am nächsten morgen verlassen sollte. Das Städtchen ist träumerisch schön mit vielen bunten Häusern und am Heiligabend waren die Straßen voll mit Menschen, Musik und Lichtern.
Der nächste Morgen brachte uns unfreiwillig auf etwa eine Autostunde an die guatemalische Grenze, nachdem wir uns um knapp 100km verfahren hatten. Wer sich in Mexico auf Schilder verlässt ist eben selbst Schuld. Meist gibt es nämlich nur eines und das steht fast immer hinter der Ausfahrt. Spät nachts erreichten wir dann trotzdem noch Palenque und fanden auch den Campground, der uns zuvor von zwei netten Damen empfohlen wurde. Zwei Tage hier brachten uns zu den beeindruckenden Maya-Ruinen mitten im Dschungel und den wunderschönen Wasserfällen von Agua Azul. Unheimlich wurde es nachts, als wir durch sehr nahes Jaguargebrüll geweckt wurden (Jaguare sind hier heimisch), das etwa 45 Minuten anhielt und dessen Herkunft am nächsten morgen auf Howler-Monkeys/Brüllaffen zurückgeführt wurde ![]()
Weiter ging es nun an die Karibikküste (Riviera Maya), wo wir Silvester verbringen sollten. Die nächste Nacht verbrachten wir auf dem von sehr netten Deutschen geführten Campground von Bacalar an der Laguna Azul, bevor es uns nach Tulum zu den berümten Maya-Ruinen direkt am türkisblauen Karibikwasser und danach für etwa eine Woche weiter nach Playa del Carmen und Cancún zog. Silvester verbrachten wir hier mit einer Unmenge von Menschen und alten Freunden aus Mexico City direkt am Strand in einer Stranddiskothek (Blue Parrot), die so nahe am Wasser war, dass sogar die Wellen teilweise bis in den abgesteckten Discobereich schwappten. Bei guter Stimmung endete die Party erst nach dem wunderschönen Sonnenaufgang mit einem Strandfrühstück und neuen Bekanntschaften (die alten hatten nach und nach schlapp gemacht), bevor wir allesamt am Strand einschliefen und das Bettchen erst abends um 9 zu Gesicht bekamen. In Playa del Carmen machten Benjo und ich außerdem einen Tauch-Crashkurs im Pool, bevor wir dann in etwa 13m Tiefe einen 2-Tank-Dive am zweitgrößten Riff der Welt machen durften. In Mexico ist das legal, die Tauchschule wird hier von allen Verwntwortungen freigesprochen, in Europa unmöglich. Bilder hiervon folgen, solald der Film der Unterwasserkamera entwickelt wurde. Jedenfalls hat mich das so sehr beeindruckt, dass ich entweder in Honolulu oder am Roten Meer mit Marco meinen Open Water Diver machen werde.
In Cancún, voll mit Gringos, war auch Party angesagt, allerdings hatten wir leider nur einen Sonnentag für den Strand. Ein Besuch im Coco Bongo, der berühmten MTV Springbreak Location war natürlich Pflicht. Hier wurde einem für 40 Dollar Eintritt eine Megashow und Open Bar geboten. Allerdings ein Abend durchgeplant von vorne bis hinten und aufgrund der vielen Showeinlagen weniger zum Tanzen. Sogar Beyoncé war da. Weil für uns ein Hotel in der total überteuerten Zona Hotelera nicht in Frage kam, zogen wir nach Downtown und erfanden das Hotelcrashing (frei nach “Wedding Chrashers“), das wir von Tag zu Tag perfektionierten und das schon in Playa del Carmen seinen Anfang fand. Prinzipiell geht es darum, sich als Gast eines der teuren Hotels auszugeben und deren Verpflegungsangebot (Pools, Strand, Liegen, Essen, Trinken) kostenlos zu nutzen ![]()
Am 5. Januar ging es von der Riviera Maya über Chichén Itzá, der wohl berühmtesten Maya-Stätte und neues Weltwunder, nach Mérida, wo wir eine meiner Klassemkameradinnen aus der Schule besuchten, die dort mittlerweile wohnt. In Villahermosa (im Bundesstaat Tabasco, der vor wenigen Monaten bekannt wurde durch die schweren Überschwemmungen) trafen wir am Tag danach eine Kommilitonin von Benjo aus Heidelberg, die mit uns über Puebla, wo wir eine weitere Nacht verbrachten, zurück nach Mexico City fuhr und (nachdem mein undankbarer Bro einen Tag vor meinem Geburtstag den Heimweg antrat, unglaublich…) mit mir noch meinen Geburtstag mit Freunden in Cuernavaca feierte – erst in einem Club, danach zog es uns in eine Karaoke-Bar. Ja, ich habe gesungen. Summer of 69… Zum Glück habt ihr das alle nicht gesehen, oh man…
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